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Venetien

Der Nordosten Italiens mit seinen drei Regionen Alto Adige, Friaul/Julisch Venetien und Veneto wird wegen der engen Verbindung zur alten Republik Venetien gern als Tre Venezie bezeichnet. Der Weinbau speist sich hier aus vielen verschiedenen Quellen.

Die Etrusker waren wohl die ersten, später taten die Römer ihren Teil dazu – und dann brachten deutschstämmige und slawische Minderheiten nebst Farbtupfern aus ladinischen und friulanischen Volksgruppen ihre Rebsorten, Weintypen und Methoden auch noch in das bunte Gemisch mit ein.

Diese kulturelle Vielfalt führte zu einer Weinszene, die an Mannigfaltigkeit nirgendwo auf der Welt zu übertreffen sein dürfte. Große Teile der Regionen sind Quellen für guten bis herausragenden Weißwein. Der Pinot Grigio wurde hier zu einem weltweiten Blockbuster gemacht – und obwohl das meiste davon billiger Massenwein ist, zeigen doch Qualitätserzeuger, was für ein toller Wein sich aus dem Grauburgunder, der Chasselas-Rebe, gewinnen lässt.

Das gilt ganz sicher für den äußersten Nordosten an der Grenze zu Slowenien. Aber hier werden auch aus allen nur denkbaren anderen Rebsorten herausragende Weißweine gekeltert. Speziell im Collio wuchsen einige Winzertalente heran, die die Weißweinszene bereichert haben.

Wie aus dem Nichts kam für Laien der Aufstieg zweier Gebiete weiter im Westen. Die Colli Euganei haben vor allem dank der Initiative der Azienda Vignalta zu großer Statur gefunden. Der hier wachsende Merlot gehört zu den besten seiner Art.

Noch etwas früher hatte Fausto Maculan das Gebiet Breganze nördlich von Vicenza durch sein hochmodernes Weingut in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Er wird von manchen Beobachtern als einer der innovativsten Winzer Italiens angesehen.

Um diesen Titel muss er sich allerdings mit Alois Lageder streiten. Der machte aus einem Südtiroler Massenweingut eine ganz besonders feine Adresse für qualitätvolle Chardonnays, Sauvignon Blancs und Cabernets. Sein Konzept von Lagenweinen ist Vorbild für viele andere Winzerbetriebe geworden.

Der Qualitätsaufschwung im italienischen Weinbau, erzwungen durch höhere Ansprüche der Verbraucher und heftige Konkurrenz aus der Neuen Welt, hat sogar zwei Problemregionen erfasst, die allerdings immer noch viel zu viel Wein erzeugen: Valpolicella und Soave. Immerhin gibt es jetzt in beiden DOC einige kleinere Winzer, die rigoros Menge zugunsten von feinen Qualitäten opfern.

Aus Valpolicella kommt auch der Amarone. Der hat in den vergangenen Jahren seine Stellung als einer der großen Rotweine zurückgewonnen, die er dank unvorsichtiger Produktion schon verloren zu haben schien. Winzer wie Romano del Forno, Giuseppe Quintarelli, Franco Allegrini und Tommaso Bussola zeigen heute, welches große Potential in diesem Wein steckt.

Noch ein wenig weiter westlich und damit schon in der Lombardei, hat sich die DOC Franciacorta zu einem Paradebeispiel dafür entwickelt, was einige Pioniere des Weinbaus quasi aus dem Stand zustande bringen können. Von hier kommen einige der feinsten Schaumweine der Welt. Bellavista ist einer dieser Vorzeigebetriebe.